Im späten Mittelalter, vor etwa 500 Jahren, erlaubte der Deutschherrenorden, zum Schutz und zur Verteidigung um die Pfarrkirche St. Nikolaus in Geldersheim eine Mauer zu errichten. An die Mauer der Kirchenburg wurden im Inneren zusätzlich kleine Vorratshäuschen angebaut, die sogenannten „Gaden“. Solche Gadenanlagen gibt es häufig in Unterfranken, aber auch in Mittelfranken und in Thüringen.
Das Wort „Gaden“ kommt aus dem Alemannischen und bedeutet „kleiner Anbau“. Bauern bewahrten ihre Feldfrüchte dort sicher auf. Die Anlage war damals noch ein geschlossener Ring, der im Inneren auch einen Brunnen hatte. In Notzeiten, bei Überfällen, Belagerung und Bränden konnten sie so das Überleben der Dorfbevölkerung sichern.
Die Kirchenburg mit der Gadenanlage war in früheren Jahren ringsum geschlossen, der einzige Zugang erfolgte über den Torbogen im Norden. Ende des 19. Jahrhunderts wurden einzelne Gaden an der Westseite abgebrochen um den Zugang zur Kirche zu erleichtern und um 1904/05 in der nordwestlichen Ecke ein neues Schulgebäude zu errichten.
Die Gadenanlage mit den Gebäuden aus dem 16. bis 18. Jahrhundert ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen, wurde im Rahmen der Dorferneuerung in den 1990er Jahren aufwendig renoviert und ist so zu ein Schmuckstück geworden.
Die Sanierung der Gaden
Am 20. Februar 1995 fand der erste Spatenstich für die Instandsetzung der Kirchgaden an der Gadenanlage statt. Die Gaden wurden in Eigenleistung der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung entkernt und dann nach den Plänen von Architekt Dag Schröder saniert. Nach nur einem halben Jahr fand das Richtfest am 27. September 1995 statt.
Der Ausbau dauerte dann bis 1997, wo am 26. September die Gaden eingeweiht und mit einem „Tag der offenen Tür“ am 27. und 28. September der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Daraus entwickelte sich das „Gadenfest“.
Die sehr gut erhaltenen Kirchgaden sind heute Mittelpunkt des Dorflebens bei ausgewählten Veranstaltungen und beherbergen in einigen Teilen auch Museen und Ausstellungen wie das kleine Archäologische Museum oder das Bauernmuseum, die auf Wunsch besichtigt werden können. Die Gadenanlage ist jederzeit öffentlich zugänglich.

